Willkommen in den norwegischen „Kirchen am Weg"
In Norwegen sind viele Kirchen auch außerhalb der Gottesdienste für Besucher geöffnet. Sie sind herzlich willkommen!
Schauen Sie sich die Kirche mit ihrer Einrichtung und Ausschmückung an, nehmen Sie im Kirchenraum zur Einkehr Platz und zünden Sie eine Kerze an.
Was zeichnet die „Kirchen am Weg" aus?
- Sie stehen in der Nähe einer befahrenen Straße.
- Sie sind im Sommer drei Wochen lang, an fünf Tagen der Woche und fünf Stunden pro Tag (oder länger) geöffnet.
- In der Kirche finden Sie einen Ansprechpartner, und es werden z. B. Kaffee und Tee angeboten.
- Broschüren informieren über die Kirche und Glaubensfragen.
- Die Toilette der Kirche kann benutzt werden.
50 Kirchen in Norwegen sind „Kirchen am Weg". In der Übersicht - siehe Internetadresse (nur norwegisch) - sind auch rund 200 andere Kirchen aufgeführt, die ebenfalls außerhalb der Gottesdienste geöffnet sind, ohne alle obigen Kriterien zu erfüllen.
Kirchen auf den Lofoten
Auf den Lofoten stehen viele sehenswerte Kirchen, in denen nicht nur Gottesdienste stattfinden, sondern die auch die Kultur und Geschichte der Inselgruppe widerspiegeln. Wir möchten Ihnen hier einige dieser Gotteshäuser vorstellen:
Kirche Vågan - die „Lofot-Kathedrale"
Die auch als „Lofot-Kathedrale" bekannte Kirche Vågan steht ca. 2 km östlich von Kabelvåg an der „Kirchenbucht" (Kjerkvågen). Es handelt sich hier um eine aus Holz gebaute Kreuzkirche im neugotischen Stil. Sie wurde von Architekt Carl Julius Bergstrøm entworfen und im Oktober 1898 eingeweiht. Dieses Gotteshaus mit 1200 Sitzplätzen löste die zu klein gewordene Kirche aus dem Jahr 1798 ab. Die Lofot-Kathedrale ist der größte Holzbau nördlich von Trondheim. Das Stammholz wurde von Firma Jacob Digre in Trondheim geliefert. Die Teile wurden in der Fabrik in Trøndelag vorgefertigt und in Kabelvåg zusammengesetzt.
Kabelvåg ist seit rund 900 Jahren Kirchort. Die erste Kirche auf den Lofoten wurde dort in der Zeit von König Øystein Magnusson errichtet. An ungefähr der gleichen Stelle wie die heutige Kirche standen schon fünf oder sechs Vorgängerkirchen. Eine Kirche wurde 1799 nach Værøy umgesetzt. Die Lofot-Kathedrale ist so groß, damit alle in der Fischfangsaison anwesenden Fischer darin Platz hatten.
Kirche Flakstad
Die 1780 erbaute Kirche Flakstad ist die zweitälteste Kirche auf den Lofoten. Flakstad war damals jedoch schon lange Zeit Kirchort. Die erste dortige Kirche (1430) wurde im 18. Jahrhundert durch einen Sturm zerstört. Die neue Kirche wurde um die Reste der alten Kirche herumgebaut, damit auch in der Bauzeit Gottesdienste möglich waren.
Das Holz für diese Kreuzkirche stammt aus Russland, es war im Rahmen des so genannten Pomorhandels gegen Stockfisch eingetauscht worden. Einer der Kronleuchter stammt ebenfalls aus dem östlichen Nachbarland Norwegens.
Die Kirche ist von der Europastraße 10, nördlich von Ramberg, gut zu sehen.
Rorbukapellet Stamsund („Fischerhüttenkapelle")
In der Ortsmitte von Stamsund steht eine charakteristische Reihe von Fischerhütten am Wasser. In einer dieser Rorbuer wurde eine Kapelle eingerichtet und so für Einheimische und Gäste ein Ort der Besinnung geschaffen.
Die traditionellen Rorbuer dienten den auswärtigen Fischern als Unterkunft und zur Aufbewahrung der Gerätschaften. Deswegen ist die Rorbukapelle maritim gestaltet. Die Gardinen vor den Fenstern sind Fischernetze, die Besucher sitzen auf Holzkästen, in denen früher Fisch transportiert wurde, und an den Wänden hängen 100 Jahre alte Heringskästen - mit mehrsprachigen Auszügen aus der Bibel. Der Altar erinnert an einen Kai vor den blaugrünen Bergen der Inselkette. Auf dem Altar steht ein ungewöhnliches Kreuz. An dessen Fuß liegt ein Draggen (ein kleiner mehrarmiger Anker), und daneben stehen zwei Laternen. Das Kreuz selbst war einst einer der Spanten eines untergegangenen Schiffes, das nach vielen Jahren entdeckt wurde. Die rostigen Nieten, mit denen ursprünglich die Planken am Spant befestigt waren, erinnern an das Leiden von Jesus Christus.
Kirche Svolvær
Die mit Spenden der Einwohner finanzierte Kirche Svolvær im Zentrum der Stadt wurde 1934 erbaut und feiert also 2009 ihr 75-jähriges Jubiläum. Es handelt sich hier um einen weiß gestrichenen Betonbau mit hohen, schmalen Rundbogenfenstern. Das Kirchenschiff hat ein steiles Satteldach und der Turm ein Pyramidendach mit aufgesetzter kurzer Kirchturmspitze.
Kirche Borge
In Borg auf der Insel Vestvågøy erhebt sich die moderne Kirche auf einer Anhöhe westlich des Wikingerhofes Lofotr. Dieser von Architekt Knut Gjernes (Leknes) entworfene Sakralbau wird im Volksmund auch „Sprungschanze" genannt. Der emporstrebende Charakter steht in enger Beziehung zu den Bergen im Hintergrund.
Alte Kirche Værøy
Die rot gestrichene Kirche in Nordland auf Værøy ist die älteste Kirche der Lofoten. Sie ersetzte eine Kirche, die um 1790 durch einen Sturm zerstört worden war. Da die Gemeinde Kabelvåg zur gleichen Zeit eine größere Kirche benötigte, beschloss man, die dortige Kirche nach Værøy umzusetzen. So bekam Kabelvåg einen Neubau und die Insel Værøy eine „neue" alte Kirche. Die erste Kirche auf Værøy wurde vermutlich schon im 15. Jahrhundert errichtet. Wahrscheinlich war Nordland schon damals Kirchort. 1939 wurde im Südteil der Insel, wo die meisten Insulaner wohnen, eine neue Kirche gebaut.
In der Alten Kirche in Nordland findet jeden vierten Sonntag ein Gottesdienst statt. 1799 war dieses Gotteshaus zu groß für die kleine Gemeinde. Doch die Einwohnerzahl stieg an, und bald war eine Erweiterung notwendig. Um 1900 wurde die Kirche daher erheblich vergrößert - an der Decke sieht man noch, wie groß (oder klein) der ursprüngliche Bau war. Die sakralen Kunstwerke aus der ersten „alten" Kirche auf Værøy sind heute im Museum Tromsø zu finden. Zur Kirche aus Kabelvåg gehörte auch eine um 1750 geschaffene Altartafel. Die eingelassenen Alabasterfiguren (1430) stammen aus Nottingham (England) und zählen zu den am besten erhaltenen Kunstwerken dieser Art in Norwegen. Die alte Kanzel, das Taufbecken und die ungewöhnlichen Kreuze gehen auf das 17. Jahrhundert zurück und standen schon in der Vorgängerkirche auf Værøy.
Kirchenruinen auf Røst
1839 wurde eine Steinkirche von Bischof Kierschow eingeweiht. Es handelte sich hier um eine von Architekt Lindstow entworfene „Typenkirche", die auch in anderen Orten auf dem Lande entstanden, allerdings aus Holz. Auf Røst entschied man sich wegen der häufigen Stürme für einen Steinbau. Die Kirche wurde bis 1900 benutzt, war dann jedoch zu klein und wurde auf Beschluss von König und Regierung 1901 abgerissen.
Kirche Røst
Die Kirche auf der Insel Røst ist eine 1899 aus Holz gebaute Langkirche mit 278 Sitzplätzen. Sie wurde am 26. September 1900 eingeweiht und 1971 restauriert. Der Altarschrein (um 1520) ist ein Geschenk von Prinzessin Elisabeth der Niederlande als Dank für die Rettung aus Seenot. Sie war unterwegs nach Kopenhagen, um die Frau von Christian II. und dänische Königin zu werden, und das Schiff drohte unterzugehen. Da gelobte sie den höheren Mächten, fünf Küstenstaaten mit einem Altarschrein zu beschenken, wenn sie gerettet würde.
Kirche Hol
Schon früher sollten Kirchen vorzugsweise an Stellen errichtet werden, wo das Gotteshaus gut zu sehen war und wo man eine gute Aussicht hatte. Die Kirche Hol - auf einer kleinen Anhöhe ca. drei Kilometer südöstlich von Leknes - ist dagegen eher versteckt und nicht so leicht zu erreichen, weder auf dem Landweg noch auf dem Wasserweg.
Diese weiß gestrichene, aus Stammholz gebaute Kreuzkirche hat ein schiefergedecktes Walmdach und einen kleinen Turm (Dachreiter) in der Mitte des Kreuzes. Die Wände dieser einfachen, stilreinen Empirekirche sind waagerecht verbrettert, die hohen Fenster sind oben halbrund. Der Haupteingang (mit Eingangsraum vor dem Kirchenschiff) liegt traditionsgemäß nach Westen, im nördlichen Kreuzarm führt eine Tür direkt in den Kirchenraum.
Die erste Kirche in Hol wurde im Mittelalter gebaut, und zwar als Filialkirche. Die Pfarrkirche und der Pfarrhof lagen in Buksnes. Die jetzige Kirche Hol steht in der Kategorie „Sakralbauten 1650-1850" unter Denkmalschutz.
Kirche Buksnes
Die Pfarrkirche der Gemeinde Buksnes steht in Gravdal auf der Insel Vestvågøy. Diese aus Holz gebaute Langkirche im Drachenstil hat 600 Sitzplätze. Sie wurde am 22. November 1905 eingeweiht und in den Jahren 1965-1967 restauriert.
Kirche Moskenes
Die Kirche Moskenes, am gleichnamigen Fähranleger, ist eine hölzerne Kreuzkirche aus dem Jahr 1819. Die ältesten Teile der Inneneinrichtung gehen auf das Jahr 1564 zurück.
Kirche Reine
Diese Holzkirche wurde 1891 errichtet. An der Kirche erinnert ein Kupferrelief von Herman Bendixen (Reine) an alle Fischer, die in den vergangenen hundert Jahren auf See blieben.
Kapelle Sildpollnes
Die Kapelle in Sildpollnes am Austnesfjord (Gemeinde Vågan) - ein beliebtes Fotomotiv - wurde 1891 als Gebetshaus gebaut und 1960 als Kapelle eingeweiht.
Quellen: Church of Norway, Kunstführer Lofoten, The Architecture Guide for Northern Norway and Svalbard, Gemeindeverwaltungen und Gemeindekirchenräte auf den Lofoten